Wer soll ins Digital-Labor?

Jetzt seid ihr gefragt: Welche der eingereichten Ideen hat das meiste Potenzial? Welche bringt die Caritas im Prozess der Digitalisierung weiter? Die beiden am besten bewerteten Vorschläge werden wir mit euch in unseren Digital-Laboren weiterentwickeln.

Zum Hintergrund: Die Digitalisierung unserer Gesellschaft geht auch an der Caritas nicht spurlos vorüber. Das ist gut so, denn wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, überall präsent zu sein, wo Menschen nach unserer Unterstützung fragen – also auch im Internet. Unser ambitioniertes Ziel lautet, das Soziale ins Social Web zu bringen. Was es dazu braucht und welche Auswirkungen das für unseren Verband hat – das wollen wir in einem dreijährigen Projekt des Deutschen Caritasverbandes gemeinsam ausprobieren. Ein Baustein ist das Digital-Labor.

Digital-Labor

Wer geht ins Digital-Labor?

Das Digital-Labor: Eine gute Idee, ein paar motivierte Leute – viel mehr braucht es nicht für unser Digital-Labor. An zwei Tagen soll die ursprüngliche Idee weiterentwickelt und als Prototyp an den Start gebracht werden. Unterstützung gibt es von der Agentur Wigwam und von den Onlinern des Deutschen Caritasverbandes.

Das Voting: Sieben Ideen sind bei uns eingegangen, die wir euch im Folgenden vorstellen. Lest sie durch und entscheidet: Welcher Vorschlag hat das meiste Potenzial? Welche Idee ist gut skalierbar und damit auch interessant für andere Verbände? Bitte gebt jeder Idee die Sternchen, die sie aus eurer Sicht verdient und klickt am Ende auf „übermitteln“.

Update 18.05.2015: Die Abstimmung ist beendet. Die Ergebnisse gibt‘ in Kürze.


1. Crowdsourcing im Freiwilligendienst

Im Bereich der Collaboration setzen die Social Media auf die Möglichkeit, Inhalte durch eine Vielzahl an Nutzern parallel bzw. zeitgleich erarbeiten und bearbeiten zu lassen. Bei der kollaborativen Arbeit kommt das Konzept der „Weisheit der Masse“, die so genannte Schwarmintelligenz, zum Tragen. Die Forschung bezeichnet diesen Entwicklungsprozess im Rahmen der Collaboration als Crowdsourcing.  Tim O’Reilly sieht den Schlüssel zur Marktdominanz in der Web 2.0 Ära zunehmend in den viralen Netzwerk-Effekten durch die Beteiligung von Online-Nutzern. Für die Aktivitäten in den Social Media lässt sich daraus schließen, dass die aktive Einbindung von Interessensgruppen einen positiven Effekt in der Akzeptanz potenzieller Entscheidungen nach sich zieht.
Im Zusammenhang mit Freiwilligendiensten (FSJ/BFD) können Social Media genutzt werden, um die Arbeit in der Gruppe zu erleichtern. Sei es durch kollaborative Arbeit an Projekten, durch viralen Informationsfluss, oder durch authentische Vermarktung der Freiwilligendienste im karitativen Non-Profit Sektor. Ziel unseres Projektes ist die Evaluation bereits eingesetzter Social Media Tools sowie die Entwicklung einer strategischen Konzeption zum gewinnbringenden Social Media Einsatz.

Eine Idee der Freiwillige Soziale Dienste (FSD) Bistum Münster gGmbH


2. Wir präsentieren Künstler(innen)

In mehreren unserer Einrichtungen bieten wir Künstlergruppen oder Kreativwerkstätten für arbeitslose, obdachlose oder alte Menschen sowie für Migranten, Menschen mit Behinderung oder einer Suchtkrankheit an. Zahlreiche unentdeckte Kunsttalente leben insbesondere in unseren Wohnangeboten und arbeiten hier weitgehend für sich alleine. Gerne möchten wir auf unseren Social Media Kanälen wöchentlich künstlerische Prozesse in unseren Einrichtungen photographisch begleiten und in regelmäßigen Abständen unsere Kreativangebote, einzelne KünstlerInnen, ihre Geschichten und ihre Werke vorstellen. Hier fehlen uns jedoch bisher ein originelles Konzept, ein witziger Slogan und eine breitere Öffentlichkeit.

Eine Idee des Caritasverbandes für Stuttgart e. V. 


3. DiCV Trier goes WhatsApp

Der Diözesan-Caritasverband Trier möchte in den Sozialen Medien weiter durchstarten. Und was wäre da besser geeignet als WhatsApp? Mit WhatsApp können wir unsere Fans noch persönlicher erreichen und zur Diskussion anregen. Wir möchten verschiedene Gruppen anbieten, damit auch für jeden was dabei ist. Z.B. die Gruppe youngcaritas, mit der wir motivierte Jugendliche ansprechen und zu spontanen Aktionen aufrufen können. Aber auch die Zielgruppe 65+ soll nicht zu kurz kommen. Unser Ziel ist es, den Verband fit für die Kommunikations-Zukunft zu machen.

Eine Idee des Diözesan-Caritasverbandes Trier e. V.


4. Facebook als Gemeinschaftswerk

Die Caritas Euskirchen als mittelgroßer Verband präsentiert sich mit einem lokalen Facebook-Auftritt aus der Region für die Region. Dieser wird nicht nur zentral vom Kommunikationsverantwortlichen bestückt, sondern auch eigenverantwortlich von Mitarbeitenden aus dem Verband.
In unseren mehr als 40 Diensten und Hilfen geschehen jeden Tag viele kleine (und auch größere) Dinge. Die meisten sind nicht für eine Pressemitteilung geeignet oder es fehlen die Ressourcen, diese medientauglich aufzubereiten.  Dabei sind es häufig gerade diese Geschichten und Nachrichten, die Menschen in der Region ansprechen oder berühren.
Unser Ziel: Wir machen unsere Mitarbeitenden zu Botschaftern „ihrer“ Caritasarbeit vor Ort. Sie können sich mit „ihrem“ Dienst oder Projekt präsentieren und noch stärker identifizieren.  Zusätzlich versprechen wir uns einen „Aha-Effekt“ bei den Bürgerinnen und Bürgern der Region – das alles macht die Caritas also, und das jeden Tag!

Eine Idee des Caritasverbandes für das Kreisdekanat Euskirchen e. V.


5. Azubi-Blog der Altenpflege

Die Caritas Altenhilfe bildet mehr als 70 Auszubildende aus. Seit längerem wollen wir bzgl. der Altenpflegeausbildung einen Blog starten. Einige Azubis konnten wir schon dafür gewinnen, regelmäßig auf Facebook zu posten. Dies wollen wir nun auf einen Blog ausweiten. Dort könnte über Aufgaben und Tätigkeiten sowie Erlebnisse mit den zu betreuenden Menschen oder besondere Ereignisse (z.B. Demo für tarifliche Bezahlung in der Ausbildung) gebloggt werden. Auch das Bewerbungsprozedere wäre interessant (z. B. wie war mein Einstellungsgespräch, was wurde ich gefragt…) Häufig gestellte Fragen zu Themen rund um die Ausbildung würden in einem Servicebereich Berücksichtigung finden in Zusammenhang mit einer Übersicht von Einrichtungen, die Altenpflege-Azubis ausbilden inklusive Verlinkung zu den Websites der Ausbildungsstätten/Ausbildungsträger.
Ein Azubi-Blog könnte dazu beitragen, mehr junge Menschen für dieses Berufsfeld zu interessieren. Schlussendlich wäre es auch denkbar, dass der Blog ausgeweitet wird und aus ganz Deutschland Auszubildende in der Altenpflege bei der Caritas über ihre Ausbildung, ihre Erfahrungen und Erlebnisse berichten. Über den Blog würde bei dieser Zielgruppe das „Wir-Gefühl“ im Rahmen der Caritas-Familie eine ganz andere Dimension bekommen. Blog-Beiträge können dann wiederum über weitere (bestehende) Social-Media-Kanäle geteilt und in Websites eingebunden werden.

Eine Idee der Caritas Altenhilfe GGmbH Berlin


6. Media-Watch-Blog der Caritas

  • „Kündigung: Caritas entlässt Behinderte wegen Teewurst“ – so lautet eine Online-Schlagzeile im November 2009. Zahlreiche Medien übernehmen die Meldung, wütende Kommentare in den Foren. Dann wird klargestellt: Der Arbeitgeber gehört gar nicht der Caritas an.
  • Unter der Überschrift „Aus reiner Nächstenliebe“ beschäftigt sich 2013 die Welt am Sonntag kritisch mit Caritas und Diakonie. „Die Barmherzigen beherrschen den Markt“ – so der polemische Tenor. Eine Erwiderung der Caritas in NRW erscheint auf der Homepage und auf Facebook. Es gilt, auch mal energisch gegen zu halten.
  • „Anti-Folter-Stelle soll Pflegeheime kontrollieren“ – so die aufgeregte Debatte in manchen Medien im Herbst 2013. Unzählige Mitarbeiter in Pflegeheimen fühlen sich in ihrer Arbeit missachtet. Frust und Wut sind zu spüren. Seriös ist die Debatte nicht, dafür gefundenes Fressen für den Boulevard.

In den Medien wird oft über die Caritas und soziale Themen berichtet. Wie gehen wir damit um, wo reagieren wir? Wie überall passieren auch bei den Medien Fehler, unabsichtliche und gewollte. Manchmal wird heftig polemisiert. Und wir schweigen vornehm?  Auf soziale Themen reagieren wir vielfältig und sehr kompetent – auf die mediale Berichterstattung über Caritas und soziale Themen  kaum. Vieles passiert in Teilen des Netzes, wird wahrgenommen und weitergetragen. Solche Dinge aufzuspießen, gerade zu rücken, aus Sicht der Caritas zu kommentieren – dazu soll dieser Blog dienen.
Er müsste als Autoren-Blog geführt werden, subjektiv und meinungsscharf. Das Netz ist schnell und wild, da können wir nicht warten, bis die verbandlichen Gremien getagt haben. In einem Blog können wir so leidenschaftlich, persönlich (und auch mal einseitig) argumentieren wie es im Netz angebracht ist. Nicht verbandlich-offiziös – dafür mit viel Herz. Und mit der Emotion einer persönlichen Äußerung kriegen wir auch ein Echo, Resonanz in den sozialen Netzwerken.
Der Blog muss bei denen angedockt sein, die sich täglich mit Medien beschäftigen, also bei einer Redaktion (zum Beispiel der Redaktion „Caritas in NRW“). Er steht Autoren aus der gesamten Caritas-Presse-Szene offen.

Eine Idee der Caritas in NRW (Zeitschrift)


7. #wirsindcaritas

Eigentlich nicht besonders spektakulär, dafür aber konsequent: Agenda Setting durch die Nutzung von hashtags in den Posts von Organisationen & Verbänden im Bereich der #Caritas.
Ziel: Breite und Vielfalt des sozialen und politischen Engagements im Bereich der Caritas mittels Hashtag-Suchen leichter erschließbar zu machen bzw. mit kampagnen- und /oder themenbezogenen hashtags zu  z. B. #Flüchtlinge #Bootsflüchtlinge u.a. die Caritas in  den sozialen Medien zu positionieren.
Zusätzlich: Einbindung von themenbezogenen Posts auf (Caritas)Websiten – und damit Unterstützung in der weiteren Verbreitung. Neben der zusätzlichen Sensibilisierung externer Zielgruppen auf Anliegen und Relevanz der Caritas, besteht darüber hinaus die Chance, einer Art virtuelle Caritas-Community („Crowd“) zu bilden, die aus ganz unterschiedlichen Perspektiven „Caritas“ gestaltet und prägt – und Ausdruck einer Kultur wird, die eben auch ‚Caritas‘ ist.

Eine Idee der Zentrale der BBT-Gruppe

 

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