6 Schritte zu einer lebendigen Facebook-Gruppe

­­Seit Monaten rauscht die Reichweite von Facebook-Seiten in den Keller, weil Facebook wieder mehr Inhalte von Freunden in den Newsfeed holt. Um dennoch Nutzer weiter mit Deinen Inhalten zu erreichen, sind Facebook-Gruppen als neues Trend-Tool geradezu ideal. Wie Du Deine Facebook-Gruppe aufbaust, für Reichweite und Interaktion sorgst, erfährst Du in diesem Beitrag.

Gerade für die Caritas sind Facebook-Gruppen wie geschaffen, denn sie beheben ein großes Problem vieler Facebook-Seiten: Kaum jemand interessiert sich für den „Gemischtwarenladen Caritas“ als Ganzes. Dementsprechend schwer fällt es vielen Verbänden, eine große Zahl an Fans zu generieren, weil sich die meisten Menschen nur für ein bestimmtes Caritas-Thema interessieren – Kinderbetreuung, Pflege, Inklusion usw. Mit Hilfe von Facebook-Gruppen, die nur bestimmte Ausschnitte aus dem Caritas-Spektrum bedienen, kannst Du nun sehr zielgerichtet Menschen erreichen, die sich zwar nur für ein einzelnes Thema interessieren, dort aber sehr aktiv sind.

 

Pflegehelden: Eine Pflegegruppe speziell für Plfgekräfte

 

Ein Beispiel: Beim Caritasverband Geldern-Kevelaer e.V. haben wir von einigen Wochen die Gruppe „Pflegehelden“ gegründet, mit der wir unseren eigenen Pflegekräften eine Austauschplattform geschaffen haben und gleichzeitig auch Pflegekräfte außerhalb der Caritas erreichen. Aus den Erfahrungen beim Aufbau dieser Gruppe berichte ich hier. Wir haben noch nicht alles selbst umgesetzt, aber der Plan steht. Der Link zu unserer Gruppe: https://www.facebook.com/groups/198515664038024/

6 Schritte zu einer lebendigen Facebook-Gruppe

Mit Gruppen verhält es sich auf Facebook ebenso wie mit Seiten: von allein passiert dort erstmal nichts. Der Aufbau einer Gruppe zu einer wirklich lebendigen Community braucht einiges an Zeit, Arbeit und Wissen. Dabei können Dir diese sechs Schritte helfen:

 

  1. Moderatoren suchen

Suche Dir mehrere Facebook-User, die Dich als Moderatoren der Gruppe unterstützen. Die Moderatoren sollten echte Profis im Thema Deiner Gruppe sein und viel Praxiserfahrung einbringen können. Motiviere die Moderatoren, immer wieder eigene Gedanken in die Gruppe einzubringen. So musst Du nicht allein die Gruppe lebendig halten.

 

  1. Regeln festlegen

Jede Gruppe funktioniert nach bestimmten Regeln – auch bei Facebook. Halte die Regeln Deiner Facebook-Gruppe zu Beginn einmal schriftlich fest, und pinne den Beitrag ganz oben in der Gruppe an. So sind sie für jeden gut sichtbar. Bei Regelverstößen brauchst Du dann nur auf diesen Beitrag verweisen. Zugleich hat es Dein Moderatorenteam leichter, die Gruppe mit zu managen, wenn die Regeln vorher klar sind. Als Beispiel hier die Gruppenregeln der Pflegehelden: https://www.facebook.com/notes/pflegehelden/gruppenregeln/198525350703722/

 

 

  1. Identität schaffen

Gib Deinen Mitgliedern die Chancen, sich als Mitglied einer Gruppe zu fühlen. Überlege Dir dazu einen identitätsstiftenden Gruppennamen („Pflegehelden“, „Weltverbesserer“, …). Sprich deine Mitglieder auch mit diesem Namen an, das fördert das Zugehörigkeitsgefühl zu der Gruppe. Füge deiner Gruppe auch ein Logo hinzu und nutze die Möglichkeit bei Facebook, einer Gruppe eine bestimmte Farbe zuzuordnen. So gibst Du Deiner Gruppe auch optisch eine Identität.

 

  1. Reichweite aufbauen

Lade Deine Facebook-Freunde ein, die Interesse an dem Thema haben könnten, und bitte sie ihrerseits auch weitere Freunde einzuladen. So kommst Du zumindest an die ersten Mitglieder. Überlege Dir, in welche Facebook-Gruppen Deine Zielgruppe ansonsten anzutreffen ist und wirb in diesen Gruppen für deine Gruppe. Aber bitte nicht so: „Hey, schaut doch mal in dieser Gruppe vorbei.“ Sondern zum Beispiel: „Wir diskutieren Thema X gerade in unserer Gruppe. Wenn Du Interesse hast, diskutiere gerne mit.“ Oder noch besser: „Wenn Du Hilfe beim Thema X brauchst, melde Dich gerne in unserer Gruppe. Wir haben ein paar Experten, die bestens sich damit auskennen und sicher gute Tipps für Dich haben.“

 

  1. Vertrauen aufbauen

Begrüße Deine neuen Mitglieder persönlich, oder bitte sie sogar, sich selbst kurz vorzustellen. So lernen sich die Gruppenmitglieder untereinander kennen. Auch Rituale innerhalb der Gruppe können das Vertrauen und die Identifikation stärken. Das können zum Beispiel Thementage sein oder bestimmte Begrüßungsrituale zum Wochenbeginn.

 

  1. Aktivität fördern

Als Gruppen-Administrator musst Du immer wieder Aktivitäten und Diskussionen anstoßen. Im einfachsten Fall kannst Du ein Bild posten und zum Kommentieren einladen. Du kannst aber auch Diskussionen initiieren, in dem Du eine Frage stellst oder sogar eine Umfrage erstellst. Je nachdem, wie gut Du Deine Gruppenmitglieder kennst, kannst Du bei bestimmten Fragen auch einzelne Gruppenmitglieder bitten, in der Diskussion zu antworten, weil sie sich gut auskennen. Wichtig dabei: Du musst einen guten Mix finden, um Deine Gruppenmitgliedern zu unterhalten, zu inspirieren und ihnen bei Problemen zu helfen. Wenn das gelingt, kann Deine Gruppe vielleicht sogar zum Selbstläufer werden. Viel Glück dabei!


Zum Autor 
Tobias Kleinebrahm leitet die Stabsstelle Kommunikation beim Caritasverband Geldern und schreibt auf seinem Blog über „Leben und Arbeiten im digitalen Zeitalter”.

3 Comments

  1. Kompliment für die gute Anleitung! Eine klare Strategie, konzeptionell stringent und gut geschrieben. Herzlichen Dank dafür! Werde dies im Nonprofit-Bereich als Best-Practice-Beispiel weiterempfehlen.

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