Digitale Innovationstools im Check mit Robert vom Team caritas.next oder wie Innovation gelingt – Ein Werkzeugkasten

Innovation beginnt mit Klarheit

Ein Innovationsprozess braucht noch nicht einmal eine zündende Idee. Meistens wäre das sogar hinderlich. Typische Innovationsmethoden wie Design-Thinking und Double Diamond bestehen nicht umsonst immer aus zwei Phasen:

Innovation startet also mit einer ehrlichen Einordung: wie gut verstehen wir das Problem und wie klar ist die Lösung? Genau dafür eignet sich eine Problem-Lösung-Matrix.

Die Problem-Lösung-Matrix bestimmt den Startpunkt

Die Matrix zeigt, an welchem Punkt im Veränderungsprozess das Team steht. Die Matrix trennt vier Situationen:

  • Problem klar, Lösung klar: Das Team kann die Lösung einführen und umsetzen.
  • Problem klar, Lösung offen: Das Team sollte Lösungen entwickeln und testen.
  • Problem offen, Lösung offen: Das Team muss das Problem zuerst verstehen.
  • Lösung klar, Problem offen: Das Team begeht den typischen Fehler und hat sich in eine Lösung verliebt. Eventuell muss das Team getauscht werden 🙂

Wenn das Problem noch offen ist, zählt Verstehen

Wer das Problem nicht sauber kennt, sollte nicht mit der Lösung starten. In dieser Phase helfen Methoden, die den Bedarf sichtbar machen.

Dazu gehören:

  • Shadowing: beobachten, wie Menschen im Alltag mit den Herausforderungen umgehen
  • Kontextuelle Interviews: zeigen, was Menschen im Alltag wirklich brauchen
  • Jobs to be Done: fokussiert auf die Aufgabe statt auf das Produkt
  • Umfragen: Nutzerinnen und Nutzer fragen, ob sie eine Umfrage ausfüllen könnten

Ein guter Einstieg ist auch die Vervollständigung der Frage: Wie können wir …?. Mit einer Sammlung von solchen WKW-Fragen öffnen wir den Problemraum. Beantworten müssen wir sie noch nicht, aber verstehen, wie wichtig die einzelnen Probleme für die Organisation sind.

Wenn das Problem klarer wird, braucht es Fokus

Sobald ein Team den Bedarf und die Probleme besser versteht, hilft es die Problemlage nochmal zu ordnen und erst dann Lösungen für die wichtigsten Herausforderungen zu entwickeln.

Hier helfen drei Werkzeuge:

Eine gute Lösung ist selten kreativ

Wir kennen die Problemlage und können nun damit beginnen, für die wichtigsten Herausforderungen Lösungen zu finden.

Dabei hilft:

  • Markt-Recherche: Welche Lösungen gibt es schon auf den Markt und wie unterscheiden sie sich in ihrer Umsetzung? Manchmal hilft es auch sich Lösungen aus einer anderen Branche anzuschauen, die aber ein ähnliches Problem lösen müssen. (z.B. Flugzeug-Checkin bei der Patienten-Aufnahme). Auch eine Wettbewerber-Analyse hilft, um zu sehen, wie andere mit dem Problem umgehen.
  • Design-Recherche: Was ist der aktuelle Design-Standard zur Lösung von Herausforderungen? Was sind gewohnte Lösungen, welche jeden Tag im Alltag genutzt werden?
  • Kill your Company: Angenommen wir würden zur Konkurrenz wechseln, mit welcher Lösung könnten wir unser altes Unternehmen weit überholen? Hier ist Kreativität und Mut gefragt.

Innovation gewinnt im Test

Der nächste Schritt ist entscheidend. Teams müssen ihre Lösungsansätze prüfen. Eine gute Idee reicht nicht. Sie muss auch im Alltag funktionieren. Egal ob das Team oder die Chefin schon überzeugt sind.

Dafür eignet sich die MVP-Methode: Das ‘minimal-viable-product’ oder ‚minimal awesome product‘ ist nicht eine abgespeckte Version des Endproduktes sondern der kleinstmögliche Beleg, dass die Idee tatsächlich Nutzen stiftet.

Je nach Frage gibt es verschiedene Formate, wie man MVPs testen kann:

  • Papierprototyp: macht frühe Konzepte schnell sichtbar
  • Card Sorting: prüft Struktur und Begriffe aus Nutzersicht
  • Usability-Test: zeigt, ob Menschen mit einer Lösung zurechtkommen
  • A/B-Test: vergleicht zwei Varianten im realen Einsatz
  • Fokusgruppe: macht Motive, Vorbehalte und Sprache sichtbar

Der Grundsatz bleibt einfach: Teams sollten Lösungen so früh wie möglich mit der Realität konfrontieren. So lernen sie schneller. Und so senken sie das Risiko teurer Fehlentscheidungen.

Mit der Einführung beginnt Veränderung

Spätestens bei der Einführung wird aus einer Produktfrage eine Organisationsfrage. Dann reicht gute Produktlogik nicht mehr aus. Dann braucht es Change-Methoden.

Wichtig sind vor allem:

  • Stakeholdermanagement: klärt, wer betroffen ist und wer Einfluss hat. Eine Einflusskarte mit 3 Kreisen, den Betroffenen im Zentrum, den indirekt Betroffenen drum herum und außen diejenigen, welche Einfluss auf die Betroffenen haben. Damit lässt sich auch Beteiligung planen.
  • Kommunikationsplanung: Nicht nur begleitende Kommunikation, sondern strategische Kommunikation mit positiven Erlebnissen. Es braucht Demut, Integrität, Engagement und Freude. Dafür braucht es Events und besondere Momente und weniger Umsetzungsberichte.
  • SCARF-Modell: Sind Status, Sicherheit, Autonomie, Beziehungen und Fairness bedroht, wird die Veränderung abgelehnt. Bestärkt die Veränderung diese Dimensionen, wird sie als Wertschätzung und Belohnung empfunden.
  • ADKAR / Gewohnheiten-Canvas: Gewohnheiten sind der Endgegner jeder Veränderung. Das kennen wir auch, wenn es um mehr Bewegung oder bessere Ernährung im Alltag geht. Mit dem ADKAR-Modell geht es darum, die Mitarbeiter mit Information, Motivation und Fähigkeiten so auszustatten, dass Veränderungen angenommen werden können. Der Gewohnheiten-Canvas aus der Umweltpsychologie geht noch tiefer und zeigt, wie wichtig auch das Umfeld für Veränderung ist.

Fragen stellen und lernen

Innovation ist planbar. Dennoch ist der Werkzeugkasten groß und die Methoden vielfältig. Wir helfen gerne bei Ihrer Planung und besprechen gemeinsam Ihren Prozess. Buchen Sie einfach eine Sprechstunden-Beratung bei caritas.next!

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