Facebook als Gemeinschaftswerk

Zwölf Mitarbeiter(innen) sind im September 2015 ins Digital-Labor der Caritas gekommen um einen Plan zu schmieden, der die Kommunikation des Euskirchener Caritasverbandes revolutionieren dürfte.

Was ist uns wichtig? Die Mitarbeiter(innen) der Caritas Euskirchen planen für ihren Facebook-Auftritt.

Was ist uns wichtig? Die Mitarbeiter(innen) der Caritas Euskirchen planen für ihren Facebook-Auftritt.

Sie wollen „zeigen, was wir in unseren Diensten und Einrichtungen so machen“ und dazu eine Facebook-Seite aufbauen. Sie entwickeln Ideen, verwerfen sie und versprühen dabei jede Menge Aufbruchsstimmung.

Skeptiker und neugierige Enthusiasten treffen aufeinander, jemand von der Mitarbeitervertretung ist mit dabei und auch die Datenschutzbeauftragte. Gemeinsam diskutieren sie den Nutzen und die Risiken von Facebook für die verbandliche Kommunikation. Die Ausgangslage ist allen klar: Auch in der Eifel hat sich das Medienverhalten der Menschen in den vergangenen Jahren gewandelt. Das Internet mit seinen sozialen Medien hat die lokale Zeitung als wichtigste Informationsquelle für das Geschehen vor Ort abgelöst.

Deshalb werkeln die Mitarbeiter(innen) im Digital-Labor auch mit der ausdrücklichen Unterstützung des geschäftsführenden Vorstands. Franz Josef Funken hat für sich erkannt, dass „wir unsere Angebote stärker in soziale Medien bringen müssen, wenn wir nicht den Anschluss verlieren wollen“.  Entscheidend ist für Funken, das die Caritas auch als gesellschaftspolitische Kraft mit klaren Positionen auftritt und sich beispielsweise gegen rechte Hetze im Web stellt.

Spielregeln für das Facebook-Team

Die Laborant(inn)en teilen diesen Anspruch, erkennen in der konkreten Planung des Facebook-Auftritts jedoch schnell, dass sich der nur umsetzen lässt, wenn sie in neue Rollen schlüpfen. Bislang vertraten der Vorstand und der Pressesprecher den Verband in der Öffentlichkeit. Jetzt sind auch andere gefragt, denn auf Facebook lässt sich nicht jeder Post und jede Antwort auf den Kommentar eines Nutzers abstimmen. „Was zählt, ist das Persönliche“, meint ein Sozialarbeiter und seine Kollegin ergänzt: „Wir geben der Caritas ein Gesicht.“ Tatsächlich werden es mehrere Gesichter sein, die den Verband repräsentieren. Dafür ist das Vertrauen und die Rückendeckung des Vorstands entscheidend, aber auch das gesunde Selbstbewusstsein des neuen Facebook-Teams, das sich zur eigenen Absicherung diese Spielregeln gibt:

  • Vier-Augen-Prinzip: Postings werden in der Regel von einem Kollegen oder einer Kollegin gegengelesen und freigegeben. Sprachlich mehrdeutige oder zweifelhafte Aussagen können so entschärft werden.
  • Jedem Thema ein Experte: Die Vertreter(innen) der unterschiedlichen Fachbereiche sind für ihre Themen zuständig, beantworten eingegangene Fragen und begleiten die Diskussionen. Wer verhindert oder im Urlaub ist, informiert eine Vertretung.
  • Backup für kritische Situationen: Wer unsicher ist, ob und wie er auf eine Anfrage reagieren soll, wer verbandskritische Inhalte in Kommentaren erkennt, hat im Pressesprecher oder seinen Vorgesetzten jederzeit Ansprechpartner(innen), die beraten oder entscheiden können.
  • Privatheit respektieren: Zunächst standen Ratsuchende als wichtigste Dialoggruppe auf der Liste des Laborteams. Das wurde jedoch revidiert, da sich damit der Anspruch der Caritas, die Klienten und deren Daten zu schützen, nicht umsetzen lässt.
  • Feedback ist erwünscht: Die Kommunikation über Facebook will gelernt sein. Deshalb wird eine kollegiale Beratung eingeführt. Rückmeldungen und Teamabsprachen erfolgen über eine Admin-Gruppe im Messenger-Chat von Facebook und in unregelmäßigen Treffen.
  • Rückendeckung ist gewährleistet: Der Pressesprecher übernimmt die Aufgaben, die das Team nicht leisten kann und beobachtet zum Beispiel das Geschehen auf der Seite am Wochenende.

Am Ende des zweitägigen Labors geht die Facebook-Seite der Caritas Euskirchen online. Innerhalb der nächsten 24 Stunden wird sie von 210 Usern geliked. Ein toller Motivationsschub für die hoch engagierten Laborant(inn)en, die darauf hoffen, mit den Menschen der Region in einen engeren Austausch zu kommen. Ideen wie das gehen kann, haben die zwölf Mitarbeiter(innen) entwickelt.

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