Künstliche Intelligenz - einfache Sprache - Der BVkE hat mit dem Vorprojekt Inklusiv beraten, gefördert von der Aktion Mensch Stiftung, den Weg bereitet, um ein KI-Gestütztes Tool für die Onlineberatung zu entwickeln. Ziel ist eine Anwendung die im Live-Kontext schwierige in einfache Sprache übersetzen kann.
Laufend
Startdatum: 01.11.2024
Enddatum: 31.10.2027
Für Menschen mit Beeinträchtigungen insbesondere bei eingeschränkter Lese- und Schreibkompetenz können sprachliche Barrieren die Nutzung digitaler Kommunikationswege einschränken. Um diese Teilhabebarriere aus dem Weg zu räumen, zielt das Projekt KIESA darauf ab, ein Tool zu entwickeln, welches mittels künstlicher Intelligenz in Live-Beratungskontexten schwierige in einfache Sprache übersetzen kann. Das Tool unterstützt dabei sowohl die Ratsuchenden als auch die Beratenden mit dem Ziel, die Kommunikation in Onlineberatungskontexten wahrnehmbarer, verständlicher und nachvollziehbarer zu gestalten.
Das Tool soll dabei im Hintergrund agieren und kommt nur zum Einsatz, wenn Ratsuchende eine Übersetzung in einfachere Sprache wünschen. Die Vereinfachung kann dabei in mehreren Stufen erfolgen, um Sachverhalte so verständlich wie möglich zu machen. Entscheidend zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte der Ratsuchenden ist dabei, dass die Beratenden nicht sehen, ob und wie einfach der geschriebene Text übersetzt wird. Die KI ersetzt dabei in keinem Fall die fachliche Expertise der Beratenden, sondern unterstützt diese, barriereärmer zu beraten. Durch die Herstellung von Schnittstellenkompatibilität zu unterschiedlichen Beratungssystemen hat das Tool den Vorteil, unterschiedlich eingesetzt zu werden. In dem Projekt KIESA wird dies konkret in der Zusammenarbeit mit der Onlineberatungsplattform des Deutschen Caritasverbandes umgesetzt.
Die Nutzung digitaler Beratungsangebote ist attraktiv für viele Menschen, nicht zuletzt aufgrund ihrer Anonymität und ihrer Niederschwelligkeit. In der textbasierten Beratung stellen sich dabei besondere Herausforderungen.
Für Ratsuchende kann es schwierig sein komplexe Sachverhalte zu verstehen, die sich aus den Beratungsthemen entwickeln. Oft müssen sich Ratsuchende und Beratende im Gesprächsverlauf erst einmal sprachlich zusammenfinden.
Im Projekt KI-ES wird prototypisch veranschaulicht, wie eine KI-Assistenz mit Einfacher Sprache Ratsuchende unterstützen kann. Im Fokus stehen dabei insbesondere junge Menschen mit und ohne Behinderung und deren Zugang und Beratung zu Hilfen der Erziehung, Bildung und Teilhabe.
Künftig sollen (komplexe) Beratungsinhalte auf Wunsch der Ratsuchenden in einfache Sprache übersetzt werden könnte. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu inklusiven und barrierefreien Beratungsangeboten, die für alle Menschen zugänglich und attraktiv sind.
Die Übersetzung wird auf Grundlage von Standards zur Verwendung Einfacher Sprache in erster Linie textbasiert erfolgen. Aber auch der Einsatz von visuellen und sprachbasierten Elementen zur Ansprache möglichst verschiedener Sinnesebene wird im Projekt betrachtet. Die verschiedenen Funktionen der KI-Assistenz werden mit und von jungen Menschen getestet, um einen realistischen Einblick in die Bedarfe und Potentiale einer solchen KI-Assistenz zu gewinnen.