7 Thesen zur Digitalisierung der Caritas

Wie kann die Caritas auch in einer digitalisierten Welt ihrem Selbstverständnis gerecht werden? 

Wir befinden uns in einem epochalen Umbruch: Der Digitale Wandel verändert alle Bereiche des Lebens. Will Caritas auch künftig ihrem Selbstverständnis als Anwältin, Dienstleisterin und Solidaritätsstifterin gerecht werden, muss sie diesen Wandel mitgestalten. Gleichzeitig müssen alle Akteure offen sein für die Veränderungen, die sich daraus für sie ergeben.

Folgende Thesen beschreiben mögliche anstehende Aufgaben

Den Wandel gemeinsam gestalten

Log-inDer Digitale Wandel betrifft alle Lebens- und Arbeitsbereiche. Er ist ein Querschnittsthema, die alle Mitarbeiter(innen) angeht. Der Digitale Wandel geht mit einem kulturellen Wandel einher und wird Organisation, Struktur, Selbstverständnis und Zusammenarbeit innerhalb des Verbandes verändern. Digitalisierung verändert nicht nur die Kommunikation, sondern auch die Facharbeit der Caritas in Einrichtungen und Diensten. Der Verband muss sich aktiv mit der Digitalisierung beschäftigen, um seinen originären Auftrag auch in Zukunft erfüllen zu können. Deshalb müssen sich alle Gliederungen und ebenen mit diesem Thema auseinandersetzen.

Teilhabe sichern – auch digital

Der Digitale Wandel verändert die Zugänge zu gesellschaftlicher Teilhabe in vielfältiger Weise. Anliegen der Caritas muss sein, die Digitale Kluft zu schließen, Menschen digital kompetent zu machen und die zu vertreten, die durch die Entwicklungen “sprachlos” werden. Die Sicherung des Datenschutzes ist eine entscheidende Aufgabe bei der Bewertung digitalisierter Angebote. Die Caritas darf sich netzpolitisch nicht neutral verhalten und muss sich aktiv in die Diskussion einbringen.

Wirksam bleiben

Interessenvertretung und politische Entscheidungsprozesse finden zunehmend im Netz statt. Bürger(innen) organisieren sich selbst und stellen Funktion und Rolle von Verbänden in Frage. Die Caritas braucht neue Konzepte und Instrumente, um sich mit ihren Werten und Anliegen weiterhin wirksam einbringen zu können.

Wertebasierte Einschätzung der Chancen und Risiken

Der Digitale Wandel birgt Chancen und Risiken. Weder ein naiver Technikoptimismus noch rigorose Skepsis helfen, beide Seiten adäquat zu erkennen und Handlungsstrategien zu entwickeln. Gefragt ist ein kenntnisreiches und abwägendes Urteil auf der Basis unserer Werte.

Barrieren überwinden und Kompetenz erwerben

Wer eine aktive Rolle im Digitalen Wandel spielen möchte, muss Ressentiments und Bedenken überwinden. Für die Akteure der Caritas gilt deshalb: Wir müssen uns kundig machen im Umgang mit digitalen Medien und Plattformen, mit digitalen Konzepten und Tools. Das gelingt im Dialog und der Auseinandersetzung mit den Vertretern und Treibern des Digitalen Wandels. Bildungseinrichtungen, Akademien, Hochschulen sind herausgefordert, Mitarbeitende aller Arbeitsbereiche und Ebenen zu qualifizieren und ihnen die notwendigen technischen, kommunikativen, sozialen und politischen Kompetenzen zu vermitteln.

Wissen teilen statt zu horten

In Zeiten des Digitalen Wandels sind Organisationen erfolgreich, die ihr Wissen teilen und gemeinsam mit Partnern Ideen entwickeln. Die Caritas muss sich diesen Entwicklungen öffnen, ihr Wissensmanagement neu ausrichten und anschlussfähig werden für communitybasierte Problemlösungen.

Recruiting

Gut ausgebildete und hoch motivierte Fachleute suchen sich ihre Arbeitgeber aus. Damit die Caritas für sie interessant wird, muss sie sie über neue Kanäle ansprechen und mit ihnen in den Dialog gehen. Personalverantwortliche und „alte“ Kolleg(innen) stehen vor der Herausforderung, neue Kommunikationskulturen zu akzeptieren und zu verstehen.


Erarbeitet in der Arbeitsgruppe “Digitalisierung, Aufgabe für die Caritas” bei der Caritas-Digital-Werkstatt am 06.10.2015 in 
Frankfurt.

Wie denkt ihr darüber? Schreibt eure Kommentare unter diesen Blogbeitrag.

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