Facebook Live für Einsteiger

Bis vor wenigen Jahren war die Produktion eines Live-Streams ohne teure Technik und akribische Vorbereitung unmöglich. Das hat sich geändert. Mit Apps wie Periscope oder der Live-Video-Funktion von Facebook kann jeder, überall und zu jeder Zeit mit dem Smartphone live streamen. Wir erklären, wie es geht.

Facebook Live: Der neue Trend für Videopublishing

Seit Facebook im Dezember 2015 seine Live-Funktion nicht nur für Privatprofile, sondern auch für verifizierte Seiten freigeschalten hat, nutzen immer mehr Medienkanäle, Unterhaltungsseiten und Nachrichtenportale das neue Tool, um Inhalte in Echtzeit mit Followern zu teilen. Auch viele Nichtregierungsorganisationen, wie der WWF und Greenpeace oder das Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland, katholisch.de, senden seither regelmäßig Live-Bilder um die Welt.

Welche Vorteile bietet die Live-Funktion gegenüber einem Videopost?

  • Hohe Reichweite: Den ersten Vorteil hat wahrscheinlich jeder, der Facebook aktiv nutzt, bereits wahrgenommen. Anders als bei „normalen” Video-Postings (also dem Upload einer Videodatei in der eigenen Timeline), werden vor der Start eines Live-Videos alle Abonnenten der jeweiligen Facebookseite über das Live-Event informiert. Dadurch lässt sich (theoretisch) die gesamte Reichweite der Seite ausschöpfen – in der Praxis ist dann aber doch nur ein Bruchteil der Follower live dabei. Das macht aber nichts: Denn der Livestream ist nach der Ausstrahlung als Video in der Timeline verfügbar und hat durch die Benachrichtigung „XY war live” eine deutlich höhere Sichtbarkeit beim Besucher. So lässt sich insgesamt, wenn auch nicht direkt während der Ausstrahlung, eine deutlich höhere Reichweite generieren.
  • Mehr Interaktion: Den zweiten Vorteil stellt die Interaktion mit den Zuschauern dar. Diese können Fragen stellen, Kommentare schreiben und direkt in den Livestream einbezogen werden. Das erhöht die Zuschauerbindung enorm. Wer selbst Einfluss auf das Geschehen hat, ist eben motivierter weiter zu schauen und zu interagieren.
  • Live is Life: Ein dritter Vorteil von Facebook Live: Zuschauer tolerieren vieles, was in vorproduzierten Videos unprofessionell wirken würde. Das Live-Format wird authentischer wahrgenommen und der Betrachter fühlt sich näher dran am Geschehen. Sendet man live von größeren Events, können Follower, die ebenfalls vor Ort sind oder waren ihre Erfahrungen, Videos oder Fotos in der Kommentarfunktion des Live-Videos teilen. Das gibt einen zusätzlichen Community-Effekt. Der User fühlt sich zugehörig, wie man bei unserem Facebook-Live-Post zur Caritas-International-Aktion „Eine Million Sterne“ sehen konnte.

15369658_1327312930646467_1663872026_oSo geht ihr live

Ihr braucht dazu die offizielle Facebook-App (erhältlich für iOS und Android). Dort müsst ihr auf eurer Seite auf „Posten” tippen und anschließen auf „Live-Übertragung starten” – dann gebt ihr noch den Titel und die Beschreibung des Livestreams ein und los geht’s! Startet mit einer Begrüßung und beendet den Livestream, indem ihr euch verabschiedet.

So macht ihr einen erfolgreichen Livestream

Den geringsten Aufwand für ein Facebook-Live-Video habt ihr mit der Verwendung eines modernen Smartphones. Alles, was es braucht, ist das Gerät (Ausgestattet mit eingebautem Mikrofon und Kamera), eine funktionierende Internetverbindung (mindestens 3G) und ein frisch geladener Akku (Livestreaming geht extrem auf die Batterie). Ein Beispiel hierfür ist der teambewegt-Livestream. 13699947_1384160761601234_8255186761405386573_n

Achtet also darauf, dass ihr unterwegs eine gute Netzverbindung habt und auch genügend Datenvolumen zur Verfügung steht. Im besten Fall besteht der Zugang zu einem WLAN Netzwerk! Sobald es nach draußen geht und die Geräuschkulisse lauter wird, ist es hilfreich, ein kleines Handy-Headset anzuschließen, um besser verstanden werden zu können. (Für die professionelleren Handy-Filmer und Livestreamer gibt es aber auch extra Ansteckmikrofone fürs Handy).

Ein weiterer wichtiger Punkt: Das Handy immer quer und nicht hochkant halten. Für Zuschauer am Smartphone ist die Perspektive zwar egal, am Computer spielt es aber eine wichtige Rolle das Bildschirmformat auch passend zu bespielen. Außerdem ist es unser Auge gewohnt Bewegtbild horizontal zu erfassen.

Ein Tipp der eigentlich immer gilt, wenn es um Aufnahmen oder Livestreams geht ist: Sorgt für genügend Licht. Zum Beispiel, indem ihr euch vor ein Fenster stellt und das Tageslicht nutzt. Das hellt das Bild nicht nur deutlich auf, sondern sieht auch noch natürlich aus.

Die Dauer des Livestreams kann ebenfalls zum Problem werden, wenn der Inhalt nicht wirklich fesselnd ist. Denn auch hier wird die Hauptreichweite über das hinterher veröffentlichte Video des Livestreams generiert. Bei diesem gilt, je kürzer, desto mehr Leute werden es voraussichtlich ganz anschauen.

Wem das noch nicht reicht, kann auch mit unserem Tutorial für Fortgeschrittene einen professionellen Livestream mit Studioatmosphäre produzieren.

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