Neun Monate Facebook: Trolle ängstigen den Vorstand nicht

Im Herbst 2015 haben wir für die Caritas Euskirchen digitales Neuland erobert. Als zehnköpfiges Team managen wir seither unsere Facebook-Seite. Vertrauen und Kreativität sind dabei die wichtigsten Bausteine des Erfolgs.


Begonnen hat alles in einem Digital-Labor. An zwei intensiven Tagen legten wir die Grundlagen für den Facebook-Auftritt der Caritas Euskirchen. Noch während des Labors gingen wir mit der Seite „live“. Der Erfolg war schnell sichtbar. Alle Admins luden  aus ihrem digitalen Freundeskreis geeignete Leute ein, unsere Seite zu liken. Und das taten viele. Innerhalb der ersten Tage hatten wir die 200-Likes-Marke geknackt. Auch den ersten Troll hatten wir schnell auf der Seite. Natürlich am Wochenende und nach 22 Uhr. Also das Gelernte zur Kommunikation mit dem Nutzer nach allen Regeln der Kunst angewendet, nur um den Troll dann doch sperren zu müssen.

Volles Vertrauen vom Vorstand

Wichtig war uns von Anfang an, als gleichberechtigte Admins gemeinsam die Seite zu gestalten – ohne dies vorher mit Vorgesetzten abstimmen zu müssen. Dafür hatten wir vom Vorstand das Mandat, auf Kommentare jederzeit eigenständig zu reagieren. Daran hielt der auch fest, als nach dem ersten der zweite und dritte Troll auftauchte. Dennoch überlassen die Kolleginnen und Kollegen den Umgang mit negativen Kommentaren weitgehend mir als Öffentlichkeitsarbeiter. Auch sonst füllen sie ihre Rolle als Admin unterschiedlich aus: Einige sind sehr aktiv und posten regelmäßig aus ihren Arbeitsfeldern, andere beschränken sich fast ausschließlich auf das Liken und Teilen von Beiträgen unserer Seite und der Rest ist bis heute kaum aus der Beobachterrolle herausgekommen. Wir treffen uns regelmäßig analog und besprechen offene Fragen, tauschen uns aus, entwickeln neue Ideen und geben uns Feedback.

Von Redaktionsplänen und Reichweiten

Auf einen Redaktionsplan verzichten wir nach wie vor. Dadurch kann es vorkommen, dass wir nach einigen „postfreien“ Tagen auf einmal drei bis vier Meldungen kurz hintereinander absetzen – nach reiner Lehre ein Unding. Allerdings hat das unserer Seite und der Reichweite der Posts bisher nicht geschadet.

Die mögliche Reichweite hat uns übrigens überrascht. Mit einzelnen Posts haben wir bei damals rund 400 Fans bis zu 11.000 Nutzer(innen) erreicht. Ein Grund hierfür: Eine unserer Administratorinnen ist in Euskirchen sowohl analog als auch digital exzellent vernetzt. Außerdem teilen wir unsere Beiträge mit hoher Verbreitung in den üblichen „Du bist aus …, wenn“-Gruppen.

Unser „Erfolg“ hat mittlerweile dazu geführt, dass Kolleginnen und Kollegen, die unserem Social-Media-Engagement anfangs abwartend bis skeptisch gegenüber standen, langsam den Nutzen für ihre konkrete Arbeit erkennen.

Nachwuchs in der digitalen Kommunikationsfamilie

Mittlerweile haben wir mehr als 700 Fans und die erste Euphorie hat sich etwas gelegt. Die Seite wächst bisher organisch. Hier scheint aber langsam eine Sättigung erreicht zu sein – die Wachstumskurve flacht seit einigen Wochen deutlich ab. Da werden wir wohl bald gegensteuern und eines der freundlichen Angebote von Herrn Zuckerberg zum Hervorheben der Seite annehmen (müssen).

Unsere Facebook-Seite hat sich nach einem halben Jahr als fester zusätzlicher Kanal der Verbandskommunikation etabliert. Positiver Nebeneffekt ist zum einen, dass sich unsere schon länger existierende Twitter-Präsenz seit dem Start der Facebook-Seite noch besser entwickelt. Wenn ich Inhalte für Facebook erstelle, denke ich nun immer auch an die digitale Nachbarschaft und setze zum Post gleich noch den Tweet ab. Außerdem ist unsere digitale Kommunikationsfamilie – die bisher aus Facebook-Seite und Blog unseres Jugendzentrums sowie der Twitter-Präsenz und der Facebook-Seite des Verbandes bestand – kürzlich um einen Blog unseres Sozialpsychiatrischen Zentrums erweitert worden. Kaum verwunderlich, dass hier zwei Kollegen federführend am Werk sind, die zu unserem Facebook-Admin-Team gehören.

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